ORGANISATIONEN

Solidaritätsbund der Migranten e.V.

Der Solidaritätsbund der Migranten e.V. ist eine originäre Selbstorganisation von Migranten und versteht sich als Integrationsbrücke zwischen der Mehrheitsgesellschaft und Bevölkerungsgruppen mit einem Migrationshintergrund.

Der Verein wurde am 01.04.1993 gegründet und hat seitdem seinen Sitz im Stadtteil Porz. Er ist seit 1995 als „Interkulturelles Zentrum“ und seit 2001 als „Träger der freien Jugendhilfe“ durch die zuständigen Gremien des Rates der Stadt Köln anerkannt. Laut Satzung verfolgt der Verein gemeinnützige Zwecke und entwickelt für Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien spezifische Bildungsangebote, die die Integration in die Mehrheitsgesellschaft erleichtern. Der emanzipatorische Ansatz der Arbeit des Solidaritätsbundes setzt auf die Stärkung der Handlungskompetenz, auf die Ressourcen der Menschen. In diesem Sinne trägt der Verein nicht nur zu Konfliktlösungen im Stadtteil bei, sondern steht für das Gelingen eines Integrationsmodells, das auf Handlungsfähigkeit und Partizipation fußt.
Köln-Porz ist ein Stadtteil mit einem Ausländeranteil von 14 %. Die Struktur der Einwohner weist in der Altersklasse bis 25 Jahre einen überdurchschnittlich hohen Anteil auf. Der Anteil der Jugendlichen bis 25 Jahre beträgt rund 30% und 20% der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt. Porz ist damit ein junger Stadteil. Die Arbeitslosenquote von Jugendlichen unter 25 Jahren liegt hier bei rund 8%. . Die Arbeitslosenquote von Ausländern im Bezirk Köln-Porz beläuft sich gar auf aktuell über 40% und liegt damit weit über dem entsprechenden Kölner Durchschnitt (28%). Die allgemeine Arbeitslosenquote für Köln (Deutsche und Ausländer) ist dagegen nur halb so hoch (14-15%). Dies macht deutlich, dass Jugendliche mit einem ausländischen Pass in Porz in einem äußerst angespannten sozialen Milieu aufwachsen, das durch eine sehr hohe Arbeitslosigkeit der Elternhäuser gekennzeichnet ist. Nach einer aktuellen Erhebung in Köln besitzt etwa die Hälfte aller Schulabgänger (Sek. I) einen Migrationshintergrund, d.h. zu Hause wird nicht ausschließlich Deutsch als Familiensprache gesprochen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick auf die Schulabschlüsse. Laut einer aktuellen Studie von isoplan blieben bundesweit 9% der Abgänger des Schuljahres 2002/2003 ohne formalen Abschluss. Auffällig ist hierbei der weitaus höhere Anteil von ausländischen Schülern: Etwa jeder fünfte Migrantenjugendliche erreichte keinen deutschen Schulabschluss. Diese Jugendlichen benötigen daher alternative Möglichkeiten, um einen Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu bekommen und die Benachteiligungen – fehlende Unterstützung seitens der Familie bei den Hausaufgaben, unzureichende Kenntnisse der Eltern über das deutsche Bildungssystem, fehlende außerschulische Lernerfahrungen – zu kompensieren, die sich aus ihrem sozialen Umfeld ergeben. Der Solidaritätsbund als Migrantenselbsthilfeorganisation kann durch Bindung und Solidarität zwischen Personen aus zugewanderten Familien Schutz gegen Ausgrenzung schaffen und dadurch die Stabilisierung mitgebrachter kultureller Orientierung erreichen. Diese wirkt sich positiv auf Lern- und Bildungsprozesse der Jugendlichen aus.

Nähere Informationen über: www.solibund.de
 

Kontakt:
Renate Ziegler
Hauptstraße 424
51143 Köln
Telefon: 02203 55993
Fax: 02203 951514
E-Mail: info@solibund.de
Internet: www.solibund.de
Bahn/Bus: Straßenbahn 7 bis Porz Markt