ORGANISATIONEN

Kölner Appell gegen Rassismus

Kölner Appell gegen Rassismus e.V. Rassismus

Als mit der amerikanischen Revolution von 1776 und der französischen Revolution von 1789 die allgemeinen Menschenrechte verkündet wurden, begann eine Auseinandersetzung um die Verwirklichung gleicher Rechte für alle Menschen. Im folgenden Jahrhundert wurden gegen die Aufhebung der Sklaverei in den USA und Europa und die Gleichberechtigung der Juden in Deutschland pseudowissenschaftliche Theorien entwickelt, um diese Entwicklung zurückzudrehen. So entstanden Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus. Die Vertreter dieser „Theorien“ verknüpften die offensichtliche Verschiedenheit aller Menschen mit der Behauptung, daß Menschen ohne weiße Hautfarbe und ohne christliche Religion weniger wert seien als die selbsternannten weißen Herrenmenschen. Für die diskriminierten Gruppen könne es daher auch nicht dieselben Rechte geben. Während Rassisten von Äußerlichkeiten sprechen, wie Hautfarbe, Herkunft usw. geht es ihnen um die Verteidigung und Behauptung von Macht und Privilegien.

Als Teil der weltweiten Menschen- und Bürgerrechtsbewegung gehen wir zudem davon aus, daß die Menschenrechte erst verwirklicht werden können, wenn das Existenzrecht aller Menschen gesichert ist. Tatsächliche soziale Gerechtigkeit ist eine notwendige Voraussetzung, um dem Rassismus den Boden zu entziehen. Jahr für Jahr sterben in den armen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas über 50 Millionen Menschen an Hunger und leicht heilbaren Krankheiten. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Durchmarsch der neoliberalen Globalisierung hat sich diese Entwicklung dramatisch verschärft. Innerhalb der einzelnen Staaten – auch in den westlichen Industrieländern - und weltweit sind die Reichen reicher und die Armen ärmer geworden. Nach außen versuchen die reichen Länder mit immer perfekteren Grenzkontrollen die Migration abzuwehren und zu illegalisieren, die durch die wachsende weltweite soziale Ungleichheit entstanden ist. Im Innern der „Festung Europa“ sind wieder erstarkender Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus, aber auch die zunehmende Diskriminierung und Kriminalisierung der verarmenden Bevölkerungsteile Ergebnis und Ausdruck dieser Entwicklung.

Wer wir sind

Der Kölner Appell entstand 1983 aus einer bundesweiten Unterschriftensammlung, dem „Kölner Appell gegen menschenfeindliche Ausländerpolitik“. In den folgenden Jahren wurde durch Info-Stände, Flugblätter, Demonstrationen und andere Formen des gewaltfreien Protestes für die Gleichberechtigung aller Menschen gearbeitet. Ab 1988 – als der Kölner Appell in das Vereinsregister eingetragen wurde – kamen Sozial- und Asylberatung und andere Formen praktischer Hilfe dazu. Wir wollen eine Welt, in der alle ohne Angst verschieden sein können. Wir sind unabhängig von Parteien, sind Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) und von der Stadt Köln als interkulturelles Zentrum und als Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe anerkannt.

Was wir machen 

Unser Büro ist von montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr besetzt. Hier werden Informationen und Auskünfte gegeben, und es wird Hilfe vermittelt, soweit wir sie nicht selbst gegen können. Wer uns kennenlernen will oder Lust hat, bei uns mitzuarbeiten, ist willkommen. Unsere praktische Arbeit besteht aus drei Projekten: Öffentlichkeitsarbeit Mit Presseerklärungen, Flugblättern, Broschüren, Bücher, Diskussions- und Vortragsveranstaltungen nehmen wir Stellung zu aktuellen Ereignissen und bemühen uns um Aufklärung über ihre Hintergründe. Durch die Mitarbeit in Aktionsbündnissen und Runden Tischen tragen wir zur Vernetzung und Stärkung der Menschenrechtsarbeit in Köln bei. Einer unserer Schwerpunkt ist der Kampf für die sozialen Rechte von Menschen ohne Aufenthaltsstatus. Interkulturelle Kinder- und Jugendarbeit Da wir durch unsere Arbeit in den Ehrenfelder Flüchtlingsheimen damit konfrontiert waren, dass die Familien mit den Anforderungen der Schulen überfordert waren, haben wir Anfang der 1990er Jahre eine Hausaufgabenhilfe gegründet, die heute nicht nur ein Hilfsangebot für die Kinder um unser Zentrum herum ist, sondern ihnen durch den Offenen Treff auch spannende und interessante Freizeitangebote macht. Haftvermeidung Der hohe Anteil der Menschen ohne deutschen Paß in unseren Gefängnissen – wo traditionell die Armen und Ohnmächtigen nahezu unter sich sind – ist für uns kein Ergebnis ihrer Charaktereigenschaften sondern ein Resultat ihrer strukturellen Diskriminierung.

Mit unserem seit Anfang der 1990er Jahre bestehenden Projekt Haftvermeidung wenden wir uns gegen „Law and Order“, und fordern statt der Bekämpfung der Armen die Überwindung der Armut und weisen immer wieder darauf hin, dass sich Kriminalitätsursachen nicht abschieben lassen. Erinnerungsarbeit Wer mit Konflikten produktiv umgehen lernen will, muss ihre Geschichte kennen. Mit unserem Projekt „Interkulturelle Erinnerungsarbeit“ wollen wir dazu beitragen, dass die Menschen mit Migrationshintergrund die deutsche Geschichte verstehen lernen und wir die ihre. Was mit türkischsprachigen Führungen im NS-Dokumentationszentrum El-De-Haus 2003 begann, hat zu einem Projekt „Mit Konflikten leben lernen – Geschichte(n) und Erinnerung(en) in unserer Vielfalt“ geführt. Schwerpunkte sind die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die armenisch-deutsch-kurdisch-türkische Geschichte und die Solidarität mit den Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Spendenkonto: Konto-Nr. 70 42 000
Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 37 020 500)
Spenden an uns sind steuerlich absetzbar

Kontakt:
Kölner Appell gegen Rassismus e.V.
Overbeckstr.4
50823 Köln
Tel.: 0221-952 11 98
Fax: 0221-952 11 97
E-Mail: koelner.appell@t-online.de
Internet: www.koelnerappell.de
Bahn/Bus: KVB 3, 4, 5