PROJEKT DES MONATS - NOVEMBER 2011

Köln wird "Fair Trade Town"

Ein wichtiger Schritt zur Stärkung der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit

Am 18.11.2011 ist es endlich soweit: Köln wird als Fair Trade Town ausgezeichnet. Mit Hilfe zahlreicher engagierter Mitstreiter/innen ist es der Stadt gelungen, die Kriterien für eine erfolgreiche Bewerbung zu erfüllen.

Zur Auszeichnungsfeier laden Oberbürgermeister Jürgen Roters, Dieter Overath, Geschäftsführer TransFair e.V. und Stefan Kreutzberger, Mitglied des Vorstandes des KölnAgenda e.V. am 18.11.11, 14.30 Uhr ins Historische Rathaus ein.

Nach Übergabe der Auszeichnung werden die Sprecher der Steuerungsgruppe „Fair Trade Town Köln“, Anne Walkenbach und Hans von Ooyen, mit Vertreter/innen aus verschiedenen Bereichen (Schule, Einzelhandel, Karneval, peruanische Bauernvereinigung) über den Fairen Handel diskutieren. Im Rahmenprogramm sorgt die senegalesischen Musikgruppe Galgi für Unterhaltung und ein Markt der fairen Möglichkeiten bietet Gelegenheit, sich bei Händlern und Vereinen zu informieren.
 

Weltweit über 950 Fair Trade Towns
Die Kampagne Fairtrade-Towns wird von TransFair getragen und bringt unterschiedliche Akteure aus Handel, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Vorreiter bei der Kampagne ist Großbritannien mit über 500 Fairtrade-Towns. Weltweit gibt es mittlerweile über 950 Fairtrade-Towns, darunter auch die Partnerstädte von Köln Liverpool, Cork und Turku. Seit Januar 2009 können sich auch Kommunen in Deutschland um den Titel „Fairtrade-Stadt“, “Fairtrade-Kreis“ oder „Fairtrade-Gemeinde“ bewerben. Über 50 Städte haben die Auszeichnung bereits erhalten.

Kriterien für die Fair Trade Town
Fünf Kriterien müssen erfüllt werden, die zeigen, dass in der jeweiligen Stadt der faire Handel systematisch gefördert und verfolgt wird:

1. Es liegt ein Beschluss der Kommune / des Kreistages vor, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Bürgermeister-, bzw. Landratsbüro Fair Trade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Stadt (bzw. Gemeinde/Landkreis) den Titel „Fairtrade Stadt“ (bzw. Gemeinde/Landkreis) anzustreben.

2. Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“ (bzw. Gemeinde/Landkreis) die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

3. In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden Fair Trade-Produkte ausgeschenkt.

4. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fair Trade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt.

5. Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“ (bzw. Gemeinde/Landkreis).

Weitere Informationen unter www.fairtrade-towns.de/kriterien

Die Kölner Steuerungsgruppe: Vielfältig und kooperationsfördernd
Die Mitglieder der Kölner Steuerungsgruppe kommen aus verschiedenen repräsentativen Bereichen: Vertreten sind unter anderem die Stadt Köln, der KölnAgenda e.V., das Allerweltshaus e.V., die Evangelische Kirche, die Katholische Kirche, der Weltladen Köln, die Uni Köln und der Verband nachhaltiger Unternehmen „dasselbe in grün“.

Von der Gruppe wurden zahlreiche Institutionen zusammengetragen, die fair gehandelte Produkte verkaufen oder Bildungsaktivitäten durchführen, darunter über 50 Gastronomiebetriebe, mehr als 250 Einzelhandelsbetriebe, 6 Kirchen, 9 Vereine und Gruppen sowie 4 Schulen.

Für Johanna Pulheim, Vertreterin der Stadt Köln in der Steuerungsgruppe, „ist die Auszeichnung ein großer Schritt, um das Thema „Fairer Handel“ bei der Stadt voranzubringen.“ Durch den dafür notwendigen Ratsbeschluss wurde das Thema stärker ins Bewusstsein gebracht. Nun sei eine weitere Ratsvorlage in Arbeit, die weiterführende Schritte vorsieht, unter anderem eine Veranstaltung der Volkshochschule zum Thema Fairer Handel, Schulungen für städtische Mitarbeiter, die stärkere Einbeziehung der Weltladens z.B. bei Veranstaltungen für die Städtepartnerschaften oder den Weltkindertag. „Durch die gemeinsame Arbeit in der Steuerungsgruppe habe sich eine sehr intensive Zusammenarbeit mit dem Weltladen und TransFair e.V. ergeben“, betont Pulheim. Auch der Catering Service der Stadt Köln lasse sich jetzt verstärkt vom Weltladen beraten und beliefern. Bei den Kantinen, wo faire Produkte noch nicht eingesetzt werden, soll mit einem Brief des Oberbürgermeisters dafür geworben werden. Oberbürgermeister Jürgen Roters sei dem Fairen Handel gegenüber sehr aufgeschlossen und er sieht ihn als „wesentliches Element der Entwicklungszusammenarbeit“. Bezüglich einer Fairen Beschaffung habe es bereits ein erfolgreiches Pilotprojekt mit fair gehandelten Sportbällen gegeben. Um weitere Schritte einzuleiten werde jedoch zunächst auf ein neues Gesetz der Landesregierung gewartet, welches dieses Jahr noch in Kraft treten soll.

Anne Walkenbach, Vertreterin vom Allerweltshaus e.V./KölnGlobal, begrüßt die positive Einstellung von Jürgen Roters und wünscht sich, dass „die umgesetzten Schritte immer größere Kreise ziehen in alle Bereiche, wo es fair gehandelte Produkte gibt.“ Die Faire Beschaffung solle schnell und konkret in die Wege geleitet werden, unabhängig davon, ob es ein NRW-Gesetz dazu geben wird oder nicht. Die Stadt Köln habe eine Vorbildfunktion für ihre Bürger und möge Akteure des Fairen Handels wie den Weltladen so weit wie möglich unterstützen.

Wer an der Veranstaltung (Programm hier) teilnehmen möchte, kann sich bei Frau Pulheim entweder mit dieser Antwortkarte oder per E-Mail anmelden.

Johanna Pulheim
Stadt Köln - Der Oberbürgermeister
Amt des Oberbürgermeisters
Internationale Angelegenheiten
Rathaus (Spanischer Bau)
50667 Köln
Tel: 0221/221-21822
Fax: 0221/221-21849
E-Mail: johanna.pulheim@stadt-koeln.de
http://www.stadt-koeln.de/7/europa/