Hier lieben Menschen aller Kontinente ...

Quelle: Rike/Pixelio

 

 

 

 

 

... und unter anderem auch die Brasilianerin, die bereits "schön ein Jahr in Köln liebt" und momentan an einem Deutschkurs teilnimmt. Ob lieben oder leben, schön oder schon – sprachliche Schwierigkeiten sind nur ein kleiner Teil der Anforderungen und Schwierigkeiten, mit denen Menschen aus anderen Kulturkreisen und mit anderen Muttersprachen konfrontiert sind. 

Um genau zu sein, sprechen wir von 180 verschiedenen Nationalitäten und 120 unterschiedlichen Religionen, die in der Domstadt aufeinandertreffen. Insgesamt liegt bei einem Drittel (32,1 Prozent) der Kölner Bevölkerung ein Migrationshintergrund vor. Dieser Anteil umfasst die erste Generation der Gastarbeiter aus den 60er Jahren, die zweite und dritte Generation als Nachkommen der ersten, eingebürgerte Migranten und Aussiedler. Von 322.000 Menschen haben knapp die Hälfte den deutschen Pass.

Eine Stadt, bei der so viele Bürger aus anderen Kulturkreisen kommen und andere Sprachen sprechen, hat die Aufgabe, diesem Bevölkerungsteil die Möglichkeit zu geben sich zu integrieren und ihm Partizipationsmöglichkeiten zu bieten.

Auf kommunaler Ebene wird mit sechs Pfeilern der Integrations-Herausforderung begegnet. Ein ‘Rat der Religionen’ bietet den Dialog der Religionen. Die ‘Integrationskonferenz’ begleitet und entwickelt die Stadt Köln bei der Integrationsarbeit weiter. Der ‘Integrationsrat’ besteht zu einem Drittel aus direkt von den Ausländern gewählten Vertretern. Sie haben die Aufgabe bei der Haushaltsplanung sowie bei der Verwedung von städtischen Geldern mitzuwirken. ‘Deutschförderung’ in Form von mehrsprachigem Lernen, Ferienkursen und Förderklassen, als auch ein ‘Elternforum’ zur Information und ein ‘Gesundheitswegweiser’ sind eingerichtet. Die Maßnahmen der Stadt lassen sich so weitgehend beschreiben.

Integrationskonzept wirft Fragen auf

Ein neues ‘Integrationskonzept’ wird Ende 2009 eingeführt. Ideale der Integration von der Anerkennung der Vielfalt der Kulturen über eine sozialräumliche Mischung, der Öffnung von Institutionen, Bildungsangebote für Migranten, das Erlernen einer gemeinsamen Sprache sowie politische Partizipation und Chancengleichheit sind nur ein Auszug aus den Leitlinien des Konzepts.

Fraglich ist jedoch, ob es möglich ist, diesen Ansprüchen ausreichend gerecht zu werden. Beispielsweise wenn die Mitwirkung an der Politikmitgestaltung nur indirekt über den Integrationsrat möglich ist und keine direkte Teilhabe in Form von Wahlen ermöglicht wird. Und ob die finanziellen Mittel bereitgestellt werden, die dazu erforderlich wären, ist auch offen.

Parallel hat sich eine breite nicht-staatliche Organisationsstruktur von über dreihundert Vereinen und Initiativen in Köln entwickelt. Man kann viel finden, von Antidiskriminierungs- über Bildungs-, Flüchtlings-, Freizeit-, politische, Jugend-, Kultur-, Länder- bis hin zu Rechtsberatungsorganisationen. Alles ist dabei - und unterstützt auf zivilgesellschaftlicher Ebene ein verbessertes Zusammenleben.

Ein Zusammenleben, bei dem es wünschenswert wäre, wenn aus dem einstigen Versprecher "schön ein Jahr lieben in Köln" , ein schönes Leben in Köln wird.