Fairer Handel

Aufbruch zu einer gerechteren Weltwirtschaft

Pakistanische Näherinnen bei der Herstellung von "fair gehandelten" Fußbällen

 

 

 

 

 

 


Ob Kinder in indischen Steinbrüchen Grabsteine für deutsche Friedhöfe brechen, kenianische Arbeiterinnen Blumen auf pestizidverseuchten Plantagen ohne Schutzkleidung für unsere Vasen pflücken oder Textilarbeiterinnen in China unter unwürdigen Bedingungen in Fabriken schuften, um Billigkleidung für europäische Discounter herzustellen…
Negative Beispiele für die Auswirkungen des weltweiten Handels zwischen den Ländern des Südens und den Industrienationen gibt es viele.

Schweres Erbe der Kolonialzeit
Die Gründe für die Ungerechtigkeiten sind vielschichtig. Oft handelt es sich auch noch um das Erbe aus Kolonialzeiten: Kaffee, Kakao, Zuckerrohr, Bananen etc. werden in riesigen Monokulturen mit billigen Arbeitskräften für den Export ins europäische Ausland produziert, wo sie in Supermärkten günstig eingekauft werden können. Die Produzenten am anderen Ende der Handelskette erhalten meist nur einen Bruchteil des Verkaufpreises. Sie sind Preisschwankungen und Protektionismus auf dem Weltmarkt hilflos ausgeliefert. Trotz harter Arbeit gibt es keinen Weg aus der Armut. Oft müssen auch die Kinder arbeiten, damit die Familie überleben kann.

Dialog, Transparenz und Respekt contra Ausbeutung
Die Idee des Fairen Handels, entstanden aus Protestbewegungen in den 70er Jahren, setzt dem ungerechten Welthandel ein anderes Konzept entgegen: Laut Definition der internationalen Dachorganisationen des Fairen Handels ist der Faire Handel „…eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht…und durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leistet.“

Das heißt u.a. konkret: Festgelegte Mindestpreise und Aufschläge garantieren den ProduzentInnen die Deckung ihrer Produktionskosten und die Sicherung des Lebensunterhaltes. Darüber hinaus werden langfristige, transparente partnerschaftliche Handelsbeziehungen aufgebaut, die unfairen Zwischenhandel ausschließen. Es wird auf sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen geachtet und die Umstellung auf ökologischen Anbau wird gefördert. Durch den Aufbau demokratischer Strukturen in kleinbäuerlichen Initiativen und Genossenschaften werden alle Beteiligten in der Produktions- und Vermarktungskette gleichberechtigt. Weitere Kriterien sind das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit und die Gleichstellung von Frauen.
Umfassende Informationen zu den Prinzipien des Fairen Handels finden Sie unter: www.forum-fairer-handel.de  

Internationale Standards als Basis
Die Handelspartner, Produzenten und Fair-Handels-Importeure wie beispielsweise die GEPA, richten sich nach internationalen Standards, welche durch ein Monitoringsystem sichergestellt werden, s. auch www.fairtrade.net  

Um auch konventionelle Vertriebswege für fair gehandelte Produkte zu erschließen wurde 1992 das TransFairsiegel eingeführt. An diesem Siegel können auch im Supermarkt fair gehandelte Produkte erkannt werden. Die dazugehörige Organisation TransFair e.V. hat ihren Sitz in Köln. www.transfair.org  
Speziell für Teppiche aus Produktion ohne ausbeuterische Kinderarbeit gibt es das Rugmark-Siegel www.rugmark.de .

Sonja Merch