KölnGlobal-Appell 2009
Diskussion erwünscht!
Kommentare, Fragen, Änderungsvorschläge oder Kritik zu dieser Diskussionsvorlage im Vorfeld der Tagung am 7. November sind sehr willkommen!
Bitte senden Sie eine E-Mail an Sonja Gündüz, sonja.guenduez@koelnagenda.de !
Diskussionsvorlage zum 7.11.2009:
Die Regierungen haben im Jahr 2000 auf dem UN-Millenniumgipfel versprochen, die Armut bis zum Jahr 2015 entscheidend zu verringern. Kommunen kommt bei der Erreichung der MDGs eine Schlüsselrolle zu, denn mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt inzwischen in Städten.
Die Stadt Köln hat sich ihrer Verantwortung gestellt und das Aktionsprogramm zur Umsetzung der MDGs vor knapp einem Jahr verabschiedet. Damit die Stadt Köln dieses in Zusammenarbeit mit den Initiativen, Organisationen und der Wirtschaft vor Ort umsetzen kann, ist die Finanzierung im neuen Haushaltsplan sicher zu stellen. Darüber hinaus gehen einige der Maßnahmen noch nicht weit genug. Für 2010 appellieren wir:
1) Umsetzung finanzieren!
Die Umsetzung des Aktionsprogramms braucht Geld. Wir fordern den neugewählten Rat der Stadt auf, die im Aktionsprogramm vorgesehenen 250.000 € jeweils für 2010 und 2011 im Haushaltsplan fest zu verankern.
Darüber hinaus sehen wir ab 2012 eine langfristig festgelegte Finanzierung von 1,2 Millionen € im Jahr als angemessen für die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele. Dies entspricht einem Kölsch pro Einwohner im Jahr.
2) Bildung ist essentiell!
Um die Bildung für nachhaltige Entwicklung an Schulen sicher zu stellen, soll die im Aktionsplan festgelegte halbe Stelle im Schulverwaltungsamt 2010 eingerichtet werden. Denn entwicklungspolitische Arbeit beginnt mit Bewusstseinsbildung.
3) Lokale Eine Welt-Arbeit muss koordiniert werden!
Zusätzlich appellieren wir an die Stadt, eine feste volle Stelle für einen Eine-Welt-Beauftragten einzurichten, der es ermöglicht, die Eine-Welt-Arbeit in Köln zu koordinieren und zu vernetzen. Dadurch können die Erfahrungen, das Wissen und die genaue Kenntnis der entwicklungspolitischen Szene der Stadt Köln nutzbar gemacht werden.
4) Köln muss ökologisch und fair werden!
Wie appellieren an die Verwaltung der Stadt Köln und stadtnahen Betriebe die Faire Beschaffung, die am 25.09.09 und unter Maßnahme 14 des MDG-Aktionsprogramms vom Rat beschlossen wurde, 2010 umzusetzen. Durch das neue Vergabegesetz, das nun auch Nachhaltigkeitskriterien in die Auftragsvergabe erlaubt, steht der sofortigen Umsetzung nichts mehr im Wege.
5) Kontrollen einfordern!
In vielen Produktgruppen, wie z.B. Steine, Kaffee, Blumen und Südfrüchten ist die Einhaltung ökologischer Kriterien und ILO-Kernarbeitnormen durch Siegel zu garantieren.
Für Produktgruppen, für die es bisher keine Siegel gibt, die die ILO-Kernarbeitsnormen garantieren, wie bspw. PCs oder Arbeitskleidung, fordern wir die Stadt Köln auf, sich dafür einzusetzen, dass auf Bundesebene eine Servicestelle eingerichtet wird, die die Kontrolle zur Einhaltung der Verpflichtungen der Unternehmen übernimmt, die die einzelnen Kommunen nicht sinnvoll durchführen können.
Auch soll die Stadt Köln an die Bundesregierung appellieren, endlich mit gutem Beispiel voran zu gehen, und die Auftragsvergabe auf Bundesebene auch nach ökologischen und sozialen Kriterien zu vergeben.
6) Köln soll globale Partnerschaften voran treiben!
Wir fordern die Stadt Köln auf, die Gründung des Netzwerks „Köln in globaler Partnerschaft“, wie im Aktionsprogramm vorgesehen, voran zu treiben. Mit Beginn des nächsten Jahres soll hier eine Auftaktveranstaltung organisiert werden und im Juli des Jahres 2010 sollen konkrete Projekte stehen.
7) Kultur für die Eine Welt!
Wie im Aktionsprogramm beschlossen, soll ein Treffpunkt der Kulturen der Welt im neuen Völkerkundemuseum eingerichtet werden.
Zusätzlich soll das Allerweltshaus, als erfolgreiche Plattform und Ort des direkten interkulturellen Austauschs sowie als regionales Zentrum für entwicklungspolitische Bildungsarbeit , mit seinen über 25 verschiedenen Vereinen und Nutzergruppen von der Stadt Köln stärker gefördert werden.
8) Erfolge darstellen!
Die Nachhaltigkeitsindikatoren, die sich am Kölner Leitbild orientieren, sollen auch Eine-Welt-Indikatoren beinhalten. Auf diese Weise können auch Umsetzung und Wirkungen des Aktionsplans zur Umsetzung der MDGs in Köln gemessen werden. Auch sind sie ein gutes Mittel, um Erfolge öffentlichkeitswirksam nach außen zu tragen und zu vermitteln.
9) Klimaschutz jetzt!
Der Rat soll für 2010 eine Umstellung auf 100% Ökostrom, statt wie im Aktionsprogramm vorgesehen 50%, in ihrer Verwaltung und stadtnahen Betrieben beschließen!
Darüber hinaus soll der Rat verbindliche Klimaschutzziele verabschieden: 40% CO2-Reduzierung bis 2020, 90% bis 2050! Hierzu muss die Stadt Köln im Jahre 2010 eine Klimabilanz erstellen, auf deren Grundlage die Reduzierungen vorgenommen werden sollen!
10) Partnerschaft für das Klima
Die Stadt Köln soll im Jahr 2010 mindestens eine Klimapartnerschaft mit einer Stadt der dritten Welt aufbauen, wie in Maßnahme 16 vorgesehen.
11) Gemeinsam sind wir stärker
International und interkulturell aktive Kölner Initiativen fordern wir auf, sich im KölnGlobal-Bündnis zu vernetzen: Gemeinsam und abgestimmt können wir effektiver arbeiten und mehr erreichen.
12) Initiative der Wirtschaft
Die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer fordern wir auf, bei ihren Mitgliedsunternehmen für die Gründung des Netzwerks „Köln in globaler Partnerschaft“ zu werben und deren Aktivitäten zu koordinieren.
13) Experten sind gefragt
Die in Köln ansässigen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit fordern wir auf, sich für die Gründung des Netzwerks „Köln in globaler Partnerschaft“ einzusetzen und sich dann aktiv einzubringen, um mit ihrer Expertise den Kampf der anderen Kölner Partner gegen den „stillen Tsunami“ zu unterstützen, der täglich unter einer Milliarde extrem armer Menschen seine Opfer fordert.




