Cologne Watch: Kritisch die Stadt beobachten

Wie nachhaltig arbeiten Politik und Stadtverwaltung?

Von den Weight Watchers über World Watch, Human Rights Watch, Germanwatch, Abgeordneten-Watch bis zu dem, was einmal „Cologne Watch“ werden könnte, geht es im Prinzip um ähnliche Fragestellungen:
Wie gut sind einzelne Personen oder Institutionen in Bezug auf bestimmte selbst gesetzte Ziele? Wie kommen sie voran bei der Realisierung dieser Ziele? Und wie kann man diese „Verbesserungsbewegung“ beobachten und beurteilen?

Die Stadt Köln hat bei verschiedenen Gelegenheiten zu Fragen ihrer globalen Verantwortung Beschlüsse gefasst, Absichten bekundet, Aktionsziele formuliert.

 Zwei Beispiele:

1. Die Stadt Köln ist seit 1992 Mitglied in der Alianza del Clima (Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V.) Allgemeines Ziel ist, die Reduktion der Klimagasemissionen in den Industrieländern des Nordens zu verringern und zum Schutz der Regenwälder beitragen. Gegen Ende 2007 waren ca. 1.450 europäische Städte und Gemeinden aus 16 Ländern darin vertreten. In Deutschland sind nahezu alle größeren und wichtigen Städte Mitglied. Als freiwillige Selbstverpflichtung gilt für die Mitgliedskommunen seit 2006, die Pro-Kopf-Emissionen alle 5 Jahre um 10% zu reduzieren.
Und wie kommt Köln voran beim Klimaschutz? Darüber „wacht“ u.a. das Kölner Klimabündnis, ein Beispiel für „Cologne Watch“: aufmerksame Kölner Bürger passen auf, dass die Stadt ihre Ziele nicht aus dem Auge verliert.

2. Der Rat der Stadt Köln hat – angeregt durch einen Bürgerantrag des von KölnAgenda e.V. und Allerweltshaus e.V. initiierten Bündnisses KölnGlobal – in der Sitzung vom 18.12.2008 das „Aktionsprogramm zur Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele“ mit vier Maßnahmenschwerpunkten beschlossen:

  • Maßnahmen zur Information und Bewusstseinsbildung
  • Maßnahmen zur Vernetzung und Konzentration
  • Förderung einer global denkenden und handelnden Kommunalpolitik
  • Unterstützung der Kommunen in den Ländern des Südens.

Einen hohen Anteil bilden Aktivitäten an Schulen, z.B. die Förderung entwicklungspolitischer Bildungsarbeit und von Schüleraustausch oder auch die Stärkung der Erziehungskompetenz von Müttern mit Migrationshintergrund.

Nachhaltige Verwaltung?

Aber auch innerhalb der Verwaltung sind wichtige Änderungen geplant, wie etwa die Einführung eines fairen Beschaffungswesens und der Umstieg auf Umweltstrom im Einzugsbereich der Stadt. Darüber hinaus sollen die „Süd-Partnerstädte“ wie Bethlehem, Corinto/El Realejo und Tunis verstärkt unterstützt werden, u.a. durch den Aufbau eines Beratungs- und Qualifizierungs-Pools zur Förderung der Selbstverwaltungsstrukturen und durch Koordinierung von fachspezifischen Know-How-Transfer. Auch die Unterstützung von Roma-Familien in Bosnien und Mazedonien ist geplant. Innerhalb von Köln will das Büro für internationale Angelegenheiten ein Netzwerk „Köln in globaler Partnerschaft“ für entwicklungspolitische Initiativen aufbauen.

Viel gute Absichtsbekundungen also für ein global faires Köln. Aber wie kommt Köln voran mit seinem Beitrag zu den Millenniumsentwicklungszielen? Wer passt auf, dass das Aktionsprogramm auch umgesetzt wird? Hier will KölnGlobal „Cologne Watch“ betreiben, über diese Website, mit einem jährlichen „KölnGlobal-Tag“, mit der Vereinbarung von Nord-Süd-Indikatoren zum Leitbild der Stadt Köln und mit der Forderung nach einem „Eine-Welt-Monitoring“ für Köln, wie es beispielsweise schon 2003 die Stadt Aschaffenburg mit ihrer „Eine-Welt-Bilanz“ vorgemacht hat.

Eins ist sicher: Ohne aufmerksames (und methodisches) „Watching“ schafft man weder die Pfunde runter, noch ein global faires Köln.