NEWS - Freitag, 25.06.2010
Klimapartnerschaft auch in Köln: Es wird Zeit zu handeln!
Bis zum Jahr 2015 sollen 50 Klimapartnerschaften von deutschen Kommunen mit Städten im Süden und Osten den Globus umspannen
Über 60 Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und der Verwaltung aus 21 deutschen Städten haben am 22.06. in Bonn auf Einladung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (LAG 21) über die globalen Folgen des Klimawandels und die Ausgestaltung kommunaler Entwicklungspolitik diskutiert. Das Folgetreffen der 11. Bundeskonferenz der Kommunen und Initiativen (BUKO) bestätigte einhellig das dort auf den Weg gebrachte Projekt des Aufbaus von 50 kommunalen Klimapartnerschaften mit Städten des globalen Südens und Ostens bis zum Jahr 2015. Aus Köln waren eine Vertreterin der Stadtverwaltung und ein Vertreter von KölnGlobal dabei.
Dass kommunale Entwicklungspolitik notwendig und sinnvoll ist, darüber bestand bei den Teilnehmern des Workshops klares Einvernehmen. Mehr noch: Der Aufbau einer Klimapartnerschaft zwischen deutschen Kommunen und Kommunen in Entwicklungs- und Schwellenländern sei ein wichtiger Schritt um internationale Klimaschutzziele überhaupt erst zu erreichen. Nun sei es Zeit das Projekt in die Tat umzusetzen mit dem Ziel, dass Kommunen in Deutschland und im Süden gemeinsame Handlungsprogramme für Klimaschutz und Klimaanpassung erarbeiten und diese umsetzen.
Studie vorgestellt
Eine von der Servicestelle und der LAG 21 herausgegebene Studie (www.service-eine-welt.de/images/text_material-1930.img) bestätigt ein großes Potenzial für einen tragfähigen Auf- und Ausbau solcher Partnerschaften: Über 122 der 225 deutschen Kommunen, die derzeit über Städtepartnerschaften mit Kommunen in der Einen Welt verbunden sind, erfüllen bereits wichtige Kriterien für Klimaschutzkommunen. Vorwiegend handelt es sich um große Städte in den alten Bundesländern. Ein Augenmerk lag auf den Nichtregierungsorganisationen: Ihnen wurde bescheinigt, dass sie auf den unterschiedlichen föderalen Ebenen über eine enorme Vielfalt an Wissen, Erfahrungen und Lösungsstrategien in der Entwicklungszusammenarbeit verfügen. Daher seien sie „geborene Partner und Unterstützer für solche Kommunen, die eine Klimapartnerschaft anstreben“, betonte Dr. Klaus Reuter, Geschäftsführer der LAG 21. Dass Zivilgesellschaft und kommunale Verwaltung vor Ort enger und verbindlicher zusammen arbeiten und sich abstimmen sollen, war denn auch der Tenor der Diskussion in den Arbeitsgruppen. Wichtig sei es dabei, die Kriterien für Klimapartnerschaften genauer zu definieren, eine zentrale Koordinierungsstelle zu schaffen oder ein Querschnittsreferat der Stadt damit zu beauftragen. Wichtig sei es, die Südpartner von Anfang an in die Planungen einzubeziehen und die kommunale Wirtschaft und beispielsweise auch die Stadtwerke anzusprechen.
Klimaschutzkonzepte mit Klimapartnerschaften
Ratsbeschlüsse und Absichtserklärungen reichten nicht aus, es komme darauf an, nun konkrete Konzepte zu erarbeiten und rasch mit der Umsetzung zu beginnen. „Die Zeit des Wartens ist vorbei, denn der Klimawandel tut es auch nicht“, unterstrich Klaus Reuter. Die Städte sollten aktuell Klimapartnerschaften in ihre integrierten Klimaschutzkonzepte einarbeiten. Von vielen engagierten Kommunen im Süden könne man noch viel lernen. In den Austausch treten könne man konkret bei technischen Fragen der Strom- und Wärmeversorgung, insbesondere durch erneuerbare Energien, der Planung von Präventionsmaßnahmen zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels, der Wissensvermittlung zu Partizipations- und Managementsystemen, dem Wissenstransfer in der Datenermittlung- und -verarbeitung sowie beim Aufbau von regionalen und landesweiten Netzwerken.
Köln hat gute Voraussetzungen
Trotz längst überfälligem Klimaschutzkonzept und noch ausstehender Umsetzung des MDG-Aktionsplans, sehen die Voraussetzungen zur Einführung einer Klimapartnerschaft in Köln gar nicht schlecht aus: An den 21 bestehenden Städtepartnerschaften kann man ansetzen und sie um Klimaaspekte ergänzen und ausbauen. Eine zentrale Koordinierung steht mit dem Büro für internationale Angelegenheiten zur Verfügung. Köln ist Mitglied zahlreicher Städte- und Klimabündnisse und im Bürgermeisterkonvent, der dezidierte Klimaschutzmaßnahmen fordert. Wohl auch deshalb erarbeitet das Umweltamt gerade mit neuer Kraft ein integriertes Klimaschutzkonzept für Köln und an die Integration einer Klimapartnerschaft wird dabei hoffentlich auch gedacht...
Autor: SK




